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Der Begriff Postproduktion beschreibt die alles umfassenden Arbeiten an einer Fotografie nach deren Produktion bzw. Aufnahme.
Unabhängig davon, ob eine Fotografie im Studio oder vor Ort (on location) aufgenommen wurde, eine umfassende Bildbearbeitung gehört zum Workflow dazu wie die Butter auf's Brot.
Oft trifft der Fotograf auf Situationen, die sich für ein professionelles Shooting absolut nicht eignen. Im hier gezeigten Beispiel konnten die Widrigkeiten nicht unwirklicher sein.
Ein Kunde ruft an: "Wir haben einen Flügeltürer an unserem Stand – so eine wahnsinns Bolide halt. Wir brauchen ein paar Fotos - richtig gute versteht sich."
Der Schock vor Ort: schlechte Kunstlichtbeleuchtung, eigenes Lichtequipment war nicht erlaubt, Publikum rund um den Wagen und ein Kunde der die ganze Situation einfach nur fabelhaft findet. "Das gibt doch sicher super Aufnahmen oder?" - wollte der Kunde sich nochmals versichert wissen. Nun, die Aufnahmesituation war grauenhaft und so macher Standbesucher wurde nicht müde, in die Kamera zu winken. Ein Traumjob also.
Das Aussortieren der Bilder im Atelier zeigte dann auch alle Schwächen dieses Shooting's. Farbstiche, hässliche Schatten, Reflexionen überall, Publikum (winke winke), und überall Licht - nur nicht da, wo man es haben möchte. Also musste Photoshop seinen Dienst antreten und der Fotograf sein Können in der Bildbearbeitung unter Beweis stellen.
Das hier gezeigte Foto wurde in Photoshop CS umfassend retuschiert. Nicht weniger als 150 Bearbeitungsebenen waren erforderlich, da die Bearbeitung im "nicht destruktiven Verfahren" erfolgte. Nicht destruktiv bedeutet, dass kein Arbeitsschritt das Origininalbild verändert und dass jederzeit jeder einzelne Schritt wieder rückgängig gemacht oder nachjustiert werden konnte. Nach ca. 24 Stunden Postproduktion war dann das Werk vollendet.
Dieses Beispiel zeigt, dass vieles heute möglich ist. Doch es braucht viel Arbeit um dieses Ziel zu erreichen. Wäre die Aufnahme im Studio entstanden, wo Licht und Schatten gezielt hätte gesetzt werden können, so hätte sich die Postproduktion auf ca. 3 Stunden verkürzt.
Es lohnt sich immer, die Aufnahme im Studio zu machen oder mit entsprechendem Lichtequipment die Situation vor Ort bestmöglich auszuleuchten.
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